Wie lebt das Haushuhn?
Da die artgerechte Hühnerhaltung im Freiland nicht wirtschaftlich ist, werden fast alle Hühner in Bodenhaltung oder Legebatterien gehalten. Was man davon hält, sollte jeder für sich selbst entscheiden.
Das untenstehende Foto zeigt "Hühner mit freiem Auslauf im Stall". Die Herden haben meist eine Größe von mehreren Tausend Hühnern ohne Hahn. Sitzstangen, Nester und Tageslicht sind manchmal vorhanden. Um Krankheitserregern vorzubeugen, werden prophylaktisch diverse Arzneimittel, Impfungen und Antibiotika verabreicht, die dann über das Ei oder den Schlachtkörper beim Verbraucher landen.

Hühner können sich im Normalfall nur maximal 50 andere Hühner merken und es besteht immer eine feste Rangordnung, in die das einzelne Huhn innerhalb der Herde integriert ist. Bei mehr als 1000 Hühnern kennen sich die Hühner gegenseitig nicht mehr und betrachten sich als Feind, was, bedingt durch den Platzmangel, zu Kannibalismus führt, da sich die fremden Hennen nicht mehr ausweichen können.
Legebatterien, die seit 2007 in Deutschland und Österreich verboten sind, bieten den Hennen zwar auch nicht mehr Platz, aber wenigstens kann eine Henne nur von maximal fünf anderen Hennen totgebissen werden und nicht von 1000.
Es ist auch alles etwas hygienischer, denn der Kot wird mitsamt den Eiern durch ein Förderband abgetragen.

Sehr angenehm für die Hühner, aber auch ziemlich kostenaufwendig ist die Freilandhaltung einer Biofarm.

Einem Huhn müssen mindestens 15 Quadratmeter bewachsener Auslauf im Freien und ein Stall mit nicht mehr als vier Hennen pro Quadratmeter zur Verfügung stehen. Im Stall gibt es Nester, Stangen und eine Einstreu aus Sand, Stroh, Hobelspänen, o. ä.
Sehr großen Wert wird auch auf das Futter gelegt, dass aus biologischer Herstellung stammen muss und kein Tiermehl enthalten darf.
Überall werden die Hühner nach etwa 12 Monaten Legezeit geschlachtet, da die Legeleistung danach zu sehr abnimmt. Sie werden darauf meist noch als Suppenhuhn vermarktet.
Das untere Bild stammt aus einer privaten Hühnerhaltung.

Im Gegensatz zur kommerziellen Hühnerhaltung gibt es einen Hahn und den Hennen wird auch noch die Möglichkeit des Kükenführens gegeben. Die Herde besteht aus etwa 15 Hennen, einem Hahn und einigen Jungtieren.
Die meisten der Hennen haben einen Namen oder sind auf jeden Fall anhand ihres Ringes verzeichnet. Als Futter gibt es Körner, Sojaschrot, Kartoffeln, Brot, usw.
Ob die Hühner geschlachtet werden, hängt von den Ansichten des Halters ab. Auf jeden Fall stellt aber das Huhn an sich einen Wert da und nicht nur das Ei und das Fleisch.
Wenn mehr Leute dieser Hühnerhaltung Beachtung schenkten, könnte man Legebatterien und Bodenhaltung weltweit abschaffen, um den Hühnern ein glücklicheres Leben zu ermöglichen.
Woher stammen denn die Eier, die Sie kaufen?
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